Paul Klee und die Musik 30

Seine Städtezeichnungen beispielsweise mit ihren Spiegelungen, Symmetrien, Aufteilungen, haben mich viel gelehrt über die organische Entwicklung einer Klangarchitektur, die ebenfalls, jedoch auf andere Ebene, die gleichen Spiegelungen, Symmetrien, Aufteilungen aufweist. Für mich kann die Musik tatsächlich eine Verräumlichung bedeuten, was nicht heißt, dass eine räumliche Aufstellung unerlässlich sei: Dies hängt vor allem von dem zu formenden Inhalt ab.

Eine Musik ist auch dann vollgültig, auch dann befriedigend, wenn sie nur für ein einziges an seinem Ort verharrendes Instrument geschrieben ist. Die Qualität kommt nicht durch die Einbeziehung der Architektur zustande. Der beste Teil in Berlioz’ Schaffen ist nicht der, der spektakuläre Aufstellungen vorschreibt. Die Geste muss dem Denken entspringen; sie darf sich nicht dem Klanggewand allein verdanken. 

Pierre Boulez

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Zeitschrift kontext

Beiträge aus Kultur & Gesellschaft | seit 1988

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