Paul Klee und die Musik 32

Die größte Schwierigkeit, die ein Hörer mit zeitgenössischer Musik hat, ist die der Orientierung. Zum Verfolgen eines bestimmten Verlaufs gezwungen, bleibt er bei einmaliger Begegnung orientierungslos. Hört er das Werk ein zweites Mal, sagen wir, zwei Jahre später, wird er von Neuem desorientiert sein, weil seine Assoziationsfähigkeit die zeitliche Distanz nicht überbrücken kann.

Nichts dergleichen bei einem Ausstellungsbesuch. Wenn man zu Beginn ein Bild betrachtet und am Ende nochmals zu ihm zurückkehrt, wird man die Substanz des Bildes weit besser aufgenommen haben, als dies der Hörer eines Musikstückes vermag, der das Stück nur einmal hört.

Pierre Boulez

Advertisements

Veröffentlicht von

Zeitschrift kontext

Beiträge aus Kultur & Gesellschaft | seit 1988

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s